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Zeppelinpost - »Wertpapiere« nur für Liebhaber

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Eigentlich war es ein ganz normaler Einschreibebrief, der Ende April 1937 im Hauptpostamt Erfurt aufgegeben und dort unter der Nummer 363 registriert wurde. Empfänger sollte ein gewisser Kurt Roetsch in Chicago sein. Der Brief musste auf dem schnellsten Weg in die USA gelangen, deshalb entschied sich der Absender für eine Sendung per Luftpost. Und das wiederum bedeutete damals den Transport mit einem Zeppelin. Doch selbst das war seinerzeit nicht mehr so exotisch wie noch ein paar Jahre zuvor. Denn inzwischen beförderten Zeppeline neben den Passagieren regelmäßig auch Tausende von Postsendungen. 

Begehrter Zeppelin-Stempel: »Deutsche Luftpost – Europa‑Südamerika«

Selbstverständlich erhielt der Brief den begehrten Zeppelin-Stempel (»Deutsche Luftpost – Europa‑Südamerika«), was ihn zwar schon zu einer besonderen Sendung, aber natürlich nicht wirklich wertvoll machte. Vielleicht würde Mister Roetsch den Brief aufheben, ihn später stolz seinen Kindern und Enkeln zeigen. Dass daraus aber einmal ein kostbarer Schatz der Aerophilatelie werden sollte, konnte der Absender nicht ahnen, als er den Brief dem Schalterbeamten in Erfurt aushändigte. Tatsächlich aber hätte nicht viel gefehlt und der Brief wäre ein Opfer einer der spektakulärsten Katastrophen der Luftfahrtgeschichte geworden – so wie über 17.000 andere Postsendungen, die an Bord des Zeppelins LZ-129 am 6. Mai 1937 in Lakehurst bei New York in Flammen aufgingen. Die wenigen Sendungen, die gerettet werden konnten, nennen Philatelisten ein wenig pietätlos »Absturzpost«. Und jeder Sammler darf sich glücklich schätzen, wenn er einen Brief oder eine Karte aus dem Katastrophen-Zeppelin besitzt. Nach Möglichkeit natürlich mit Brandspuren. Es gibt lediglich 368 Postsendungen, die damals aus dem brennenden Zeppelin gerettet werden konnten. Entsprechend hoch sind die Preise.

Nur äußerst seltene Stücke mit Wertsteigerungspotenzial

Wer sich zum Beispiel bei ebay umschaut, findet zahlreiche Postkarten mit Zeppelinstempeln, die für einen Preis im mittleren zweistelligen Bereich erhältlich sind. Eignet sich Zeppelinpost also wirklich als Kapitalanlage? Grundsätzlich nicht, räumen sogar leidenschaftliche Aerophilatelisten ein. Es ist eben wie Briefmarkensammeln: Nur wenige und äußerst seltene Stücke bergen Wertsteigerungspotenzial. Ansonsten ist auch die Aerophilatelie in erster Linie eine Passion für Sammler mit ausgeprägter Affinität zur Luftfahrt und nicht unbedingt eine alternative Geldanlage.

16.000 Euro für einen Zeppelin-Brief

Und dennoch gibt es sie: Zeppelin-Briefe und -Postkarten, die auf Spezialauktionen erst zu Preisen zugeschlagen werden, die dem Gegenwert eines Kleinwagens entsprechen. Eine der spektakulärsten Versteigerungen in dieser philatelistischen Nische war eine Auktion im Mai 2008 in Wiesbaden. Das renommierte Auktionshaus Heinrich Köhler verkaufte damals die viel beachtete Sammlung von Gerhard Wolff, dem es ganz offenkundig nicht leichtfiel, sich von seinen Schätzen zu trennen. »Natürlich empfinde ich Traurigkeit, wenn ich mich von meiner Sammlung trenne. Aber es bereitet mir Freude, wenn ich weiß, dass Hunderte anderer Sammler mit diesen Stücken so glücklich werden, wie ich es einmal war.« In der Tat konnten sich die Auktionsergebnisse sehen lassen. Nicht weniger als 16.000 Euro brachte ein Brief mit einem kompletten Zeppelin-Briefmarkensatz mit dem Ersttagsstempel »Washington APR 19, 1930« ein. Der Brief hatte eine Rundreise von Friedrichshafen am Bodensee nach Lakehurst und von dort zurück nach Friedrichshafen gemacht. 

Raritäten durch Fehldrucke oder Signaturen

Ein Zeppelin-Brief der finnischen Post, adressiert an Frau Fröken Mirjam Tavaststejerna im Konsulat Finnlands in Stockholm brachte 11.500 Euro ein. Ein kleines, skurriles Detail hatte diesen Brief zu einer Seltenheit gemacht. Er war mit zwei 10 M.-Marken frankiert. Eine der Marken trug den richtigen Aufdruck »Suomi Zeppelin 1930«. Doch auf der anderen Marke stand »Suomi Zeppelin 1830« – ein klassischer Fehldruck, der diesen Brief zu einer absoluten Großrarität machte. Ein Zeppelin-Brief mit Bordstempel von einer Reise nach Südamerika wechselte bei 8.000 Euro seinen Besitzer. Dafür ist der Umschlag vom Zeppelin-Pionier Dr. Eckener persönlich signiert. Dies sind nur einige Highlights für eine herausragende Wertentwicklung in diesem Sammelgebiet.

Eigene Poststempel der Zeppeline

Nun gab es früher neben den Zeppelinen auch noch andere Luftschiffe, die ebenfalls Post beförderten. Diese Sendungen werden aber als Luftschiffpost bezeichnet. Mit anderen Worten: Nur Karten und Briefe, die tatsächlich an Bord eines Zeppelins waren, gelten als Zeppelinpost. Schon mit dem Zeppelin LZ 6 wurden nicht nur Passagiere, sondern auch Postsendungen befördert. Hierzu wurden die Briefe und Karten mit einem luftschiffeigenen Poststempel versehen. Nach dem Ersten Weltkrieg nahmen die deutschen Luftschiffer zwar schnell wieder den Verkehr auf und beförderten sowohl Passagiere als auch Post. Doch hatten sie die Rechnung ohne die Siegermächte gemacht. So musste der Zeppelin LZ 120 »Bodensee« im Jahr 1921 als Reparationsleistung an Italien übergeben werden. Den neu gebauten LZ 126 erhielten die Amerikaner als Reparationszahlung. Er wurde in den USA ebenfalls zur Postbeförderung eingesetzt. Damit begann die Geschichte der US-amerikanischen Zeppelinpost. 

Blütezeit der Zeppelinpost zwischen 1928 und 1937

Ihre Blüte erlebte die Zeppelinpost mit den Luftschiffen LZ 127 und LZ 129 in den Jahren zwischen 1928 und 1937. Die Zeppeline wurden mehr und mehr als luxuriöse und im Vergleich mit den Überseeschiffen sehr schnelle Verkehrsmittel geschätzt. Sie ermöglichten es wohlhabenden Menschen, die sich die teuren Tickets leisten konnten, in überschaubarer Zeit in die USA und nach Südamerika zu gelangen. Und immer mit dabei: jede Menge Post.

Briefe und Karten wurden abgeworfen

Nicht immer blieben die Briefe und Karten bis zur Landung am Ziel an Bord. Vielfach wurden sie auch unterwegs in speziellen Behältnissen abgeworfen. Daneben gab es sogenannte »wilde Abwürfe« einzelner Post­stücke. Sie wurden mit der Bitte der Zeppelin-Besatzung versehen, die Briefe und Karten dem nächsten Postamt zur weiteren Bearbeitung zu übergeben. An Bord der Zeppeline entstanden mit der Zeit sogar eigene kleine Postämter, wo man die begehrten Flugpost-Stempel erhielt. Fast für jeden Flug gab es eigens gestaltete Flugbestätigungsstempel. Zu besonderen Ereignissen gab die Reichspost zudem eigene Zeppelin-Briefmarken heraus. So zum Beispiel anlässlich der Polarfahrt des LZ 127 im Jahr 1931 oder zur Weltfahrt desselben Luftschiffs zwei Jahre zuvor. Zeppelinpost mit Stempel und Zeppelin-Briefmarken sind bei den Sammlern besonders begehrt. 

Wertvolle Stücke fast ausschließlich bei spezialisierten Auktionshäusern

Jeder Zeppelin-Brief und jede Zeppelin-Karte erzählt eine kleine Geschichte, weckt den Traum von Reisen in ferne Länder. Aber handelt es sich auch um »Wertpapiere«? Zwar gibt es eine weltweite Fangemeinde, die – wie die genannten Beispiele belegen – durchaus bereit ist, viel Geld für besonders rare Poststücke zu zahlen, dennoch ist der Markt sehr eng. Wirklich wertvolle Stücke lassen sich fast ausschließlich über entsprechend spezialisierte Auktionshäuser kaufen oder verkaufen (siehe Investmentkompass). Im Grunde trifft somit alles, was wir im Zusammenhang mit Briefmarken erwähnten, auch auf ein Investment in Zeppelinpost zu. 

Zeppelin-Brief als klassisches »Enkel-Investment«

Wer sich für dieses Thema interessiert – und Zeppelinfreunde gibt es viele –, kann einen sehr überschaubaren Teil seines Vermögens durchaus in solche seltenen Poststücke investieren. Doch mit einer nennenswerten Wertsteigerung darf – wenn überhaupt – erst sehr langfristig gerechnet werden. Insofern handelt es sich um ein klassisches »Enkel-Investment«. Das heißt, erst die übernächste Generation profitiert davon. Allerdings können sich besondere Ereignisse, wie der 75. Jahrestag des Zeppelin-Absturzes in Lakehurst, auch kurzfristig preissteigernd auswirken.

Investmentkompass

Spreu vom Weizen trennen
Chancen auf Wertsteigerung haben nur rare Poststücke, die zum Beispiel bei außergewöhnlichen Flügen verschickt wurden oder aber einen prominenten Absender oder Empfänger haben. Besonders begehrt: Die sogenannte »Absturzpost« aus dem Jahr 1937. Auf guten Erhaltungszustand achten.

Wo kaufen oder verkaufen?
Vorsicht Fälscher! Es empfiehlt sich, nur auf Auktionen anerkannter Auktionshäuser zu kaufen, wie zum Beispiel Heinrich Köhler (www.heinrich-koehler.de), Auktionshaus Feldmann (www.felzmann.de), Schwanke Auktionen (www.schwanke-auktionen.de) und Johannes E. Palmer Auktionen (www.aerophil.de).

Perspektiven
Wertsteigerungspotenzial bei sehr raren und gesuchten Stücken, allerdings nur langfristig.

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